Verkehrskontrollen im europäischen Ausland: Diese Regeln überraschen viele Reisende

Bitte rechts ranfahren: Viele Autofahrerinnen und Autofahrer informieren sich vor dem Urlaub über Tempolimits, Mautregeln oder Parkvorschriften am Reiseziel und steigen vorbereitet in ihren Mietwagen. Doch gerade bei Polizeikontrollen im Straßenverkehr gelten im Ausland oft andere Regeln als in Deutschland. In einigen Ländern werden Bußgelder direkt fällig, Behörden verlangen Sicherheitsleistungen oder stoppen im Ernstfall sogar die Weiterfahrt. Der Mietwagen-Anbieter Sunny Cars erklärt die wichtigsten Abweichungen in beliebten Urlaubsländern.

Frankreich: Wenn Verstöße strafrechtliche Folgen haben 

In Frankreich ahnden Behörden das Missachten polizeilicher Aufforderungen zum Anhalten besonders streng. Wer weiterfährt, macht sich wegen „refus d’obtempérer“ – dem Nichtbefolgen einer Anordnung – strafbar und riskiert bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe sowie 15.000 Euro Geldbuße. Wer in eine Kontrolle gerät, telefoniert besser nicht, denn für Telefonate am Steuer gelten strikte Regeln. Ausschließlich Freisprecheinrichtungen ohne „Ohrstück“ sind erlaubt – kein Handy am Ohr, Kopfhörer, Ohrstöpsel oder Headset. Misst die französische Polizei bei Geschwindigkeitskontrollen Tempoverstöße von mehr als 50 Stundenkilometern über dem erlaubten Limit, legt sie das Fahrzeug still oder nimmt es in Verwahrung. Seit Ende 2025 gilt ein solcher Verstoß als „délit“. Fahrerinnen und Fahrer riskieren damit bis zu drei Monate Freiheitsstrafe und 3.750 Euro Geldstrafe.

Großbritannien: Polizeikontrolle ohne Anlass möglich

Reisende ohne verlässliche Adresse in Großbritannien zahlen bei vielen Verkehrsverstößen eine sogenannte Sicherheitsleistung – die Höhe hängt vom jeweiligen Verstoß ab und variiert in der Regel zwischen 50 und 300 Pfund. Geht es bei schweren Verstößen wie alkoholisiertem Fahren vor Gericht, schlagen 500 Pfund Gerichtskaution zu Buche. Wer die Summe während der Kontrolle nicht zahlt, riskiert die Immobilisierung des Fahrzeugs. Vorsicht: Hotels und Pensionen gelten nicht als sogenannte „satisfactory address“. Ebenfalls gut zu wissen: In Großbritannien brauchen Polizistinnen und Polizisten keinen Anlass, um Autos anzuhalten. Wer die Aufforderung ignoriert, verstößt gegen das Gesetz. Deshalb gilt: direkt reagieren und stehen bleiben.

Italien: Sofortzahlung mit Rabatten

Stellen italienische Polizeibeamte bei Kontrollen einen Verkehrsverstoß fest, stehen ausländische Fahrerinnen und Fahrer auch hier unter Zahlungszwang. Besonders teuer sind Verkehrsdelikte in der Nacht, denn hier liegen die Bußgelder höher. Die Begleichung erfolgt direkt bei den Beamten, bei kleineren Verkehrsverstößen winken 30 Prozent Sofortzahlungsrabatt. Ist eine sofortige Bezahlung jedoch nicht vollständig möglich, verlangt die italienische Polizei einen Betrag als Sicherheitsleistung. Verweigert der Fahrer beides, drohen die Festsetzung des Fahrzeugs und das Ende der Weiterfahrt. 

Portugal: Alte Bußgelder, neue Kontrolle 

Auch in Portugal reagieren Reisende auf direkt festgestellte Verstöße bei Verkehrskontrollen am besten schnell: Die Sicherheitsleistung entspricht dem Mindestbußgeld und ist innerhalb von 48 Stunden fällig. Andernfalls behalten die Behörden Führerschein, Fahrzeugpapiere und andere Dokumente ein. Auch frühere Bußgelder gehören vor der Reise auf die Checkliste: Bei einer erneuten Kontrolle fordern Beamte offene, endgültig verhängte Geldsanktionen sofort ein. Bleibt die Zahlung aus, ziehen sie, je nach Fall, auch hier die Dokumente vorläufig ein.

Spanien: Mit Radarwarner droht Stillstand

Bei Radarwarnern zieht Spanien klare Grenzen: Feste Blitzerhinweise erlaubt das Land, Radarstörer, Radardetektoren und genaue Hinweise auf mobile Kontrollen verbietet es dagegen. Entdecken Beamte bei Verkehrskontrollen manipulierte Technik zur Umgehung von Kontrollen, bleibt das Auto stehen, bis eine Werkstatt den Ausbau bestätigt. Auch schwere technische Mängel oder fehlender Versicherungsschutz stoppen im Ernstfall die Weiterfahrt. Dasselbe gilt, wenn zu viele Personen im Fahrzeug sitzen oder Kinder nicht korrekt gesichert mitfahren. Reisende ohne Wohnsitz in Spanien zahlen Geldstrafen bei einer Kontrolle direkt oder hinterlegen eine Sicherheitsleistung, um weiterzufahren. Wer sofort bezahlt, kommt in der Regel günstiger davon und schließt das Verfahren sofort ab.

Über Sunny Cars

Sunny Cars ist eines der größten und erfolgreichsten Mietwagenunternehmen in Europa und beschäftigt rund 160 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Belgien, den Niederlanden und in Frankreich. Sunny Cars arbeitet mit lokal und international tätigen Mietwagenpartnern an mehr als 8.000 Mietstationen in über 120 touristischen Zielgebieten zusammen, die nach hohen Qualitäts- und Serviceanforderungen ausgewählt werden. Die Angebote von Sunny Cars garantieren Mietwagenkunden ein Rundum-Sorglos-Paket sowie weitere Wahlleistungen.

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